Die Digitalisierung beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens. Mit Smart-Home-Anwendungen kann sie auch in Ihre Praxis oder in Ihr Zuhause einziehen. Klimaanlage und Heizung steuern Sie morgens auf dem Weg in die Praxis, Rollläden öffnen und schließen automatisch und die Kamera-Überwachung läuft: So können Ärzte ihre Praxis – und ihr Zuhause – vor Einbruch schützen, den Komfort erhöhen und gleichzeitig Energie und Kosten sparen.

Ziel des sogenannten Smart Homes ist es, durch technische Systeme in Wohn- und Arbeitsräumen die Lebensqualität sowie die Sicherheit zu erhöhen und Energie effizienter zu nutzen. Dies gelingt, indem Haushaltsgeräte und Installationen – im Optimalfall also die gesamte Haustechnik – miteinander vernetzt sind und zentral gesteuert werden können. Hierdurch lassen sich z. B. bestimmte Abläufe wie die Bedienung von Jalousien oder Lampen durch eine Zeitsteuerung automatisieren. Elektrogeräte wie Spül- oder Waschmaschine, aber auch die Heizung lassen sich fernsteuern. Für Ihre Praxis könnte das beispielsweise so aussehen, dass alle Bedingungen voreingestellt sind und diese im Hintergrund arbeiten oder Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit über eine App die Heizung oder die Klimaanlage in der Praxis bedienen. So werden Sie und Ihre ersten Patienten direkt in ideal temperierten Praxisräumen empfangen. Wird einmal vergessen, die Heizung abzuschalten oder das Licht auszustellen, übernimmt dies die Smart-Home-Regelung für Sie.

Eine nette Spielerei könnte darüber hinaus z. B. die Fernsteuerung oder zeitliche Programmierung der Kaffeemaschine sein. Oder die Benachrichtigung, wenn Ihre Waschmaschine im Keller fertig ist oder ein anderes elektronisches Gerät in einem entfernteren Raum, wie einem Laborraum in Ihrer Praxis.

Wie funktioniert Smart Home?

Ermöglicht wird dies technisch unter anderem durch Messsteckdosen, die zwischen Ihre Geräte und die Raumsteckdose geschaltet werden. Über sie läuft die Steuerung und Programmierung und darüber hinaus können hierüber auch der Energieverbrauch gemessen und pozentielle Stromfresser identifiziert werden. Die Messsteckdosen Ihrer Geräte, aber auch Heizung oder Klimaanlage, stehen mit dem Steuerungssystem auf Ihrem Smartphone, Tablet oder PC in Verbindung – über diese lässt sich alles auch von unterwegs steuern oder die Bedingungen können fest im Speicher hinterlegt werden.

Von einem intelligenten Zuhause spricht man insbesondere dann, wenn sämtliche im Haus verwendeten Leuchten, Taster und Geräte untereinander vernetzt sind, die Geräte Daten speichern und eine eigene Logik abbilden können. Dabei besitzt das Smart Home eine eigene Programmierschnittstelle, die über eine App gesteuert werden kann.

Und wie kann das Smart-Home-System die Sicherheit Ihrer Praxis oder Ihres Hauses unterstützen? Ebenfalls per App können Sie auf Sicherheitskameras zugreifen, welche mit Bewegungsmeldern und Tür- bzw. Fenstersensoren in Verbindung stehen. Über Letztere wird auch automatisch ein Alarm ausgelöst – Sie werden sofort informiert.

Installation und Kosten

Auch die Installation des Smart-Home-Systems erfolgt über eine App, welche in jedem App-Store als kostenloser Download zur Verfügung steht. Schritt für Schritt wird der Nutzer mit Bildern und vergleichsweise wenig Text durch die Anleitung geführt. Die Installation ist sehr bildhaft veranschaulicht, jedes Bauteil wird genau beschrieben.

Beim Energieversorger EWR besteht das Einsteiger-Paket "Paket Heizung" aus fünf Heizungsthermostaten und einem Rooter (Steuerbox). Generell empfiehlt der Stromversorger dem Nutzer als Einstieg mit einem Paket zu beginnen und hiermit zu testen, zu lernen und dann Stück für Stück weiter aufzurüsten, falls gewünscht. Das Heizungspaket kostet im EWR-Shop 209 Euro.

Das Haus, das mitdenkt?

Ein wichtiger Punkt beim Smart-Home-System ist die Energieeffizienz: Wird diese optimiert, wirkt sich das natürlich auch positiv auf den Geldbeutel aus. Das Stromunternehmen EWR und das Unternehmen MeinDach bieten eine intelligente Vernetzung von Solar-, Speicher- und Smart-Home-Technologie. Mit dem Smarthaus-System können Kunden überschüssige Solarenergie vom eigenen Dach speichern – der Mercedes-Benz-Speicher macht dies möglich. Der Strom kann so beliebig genutzt werden, auch wenn die Sonne einmal nicht scheint. Beispielsweise zu energieschwachen Tageszeiten für den häuslichen Gebrauch oder für das Aufladen eines Elektro-Autos. Dieter Gumbinger, Abteilungsleiter Energiedienstleistungen bei EWR, erklärt: "Ziel ist es, die selbsterzeugte Energie der Fotovoltaikanlage bedarfs- und umweltgerecht einzusetzen. Intelligente Steuerungen schalten die Geräte, wie zum Beispiel die Waschmaschine, ein, wenn genug eigener Strom da ist. Was dann noch übrig bleibt, findet im besten Fall im hauseigenen Energiespeicher Platz. Dank intelligenter Heizungsthermostate kann die Energie zusätzlich effizienter genutzt werden. Man spart somit bares Geld."

Auch Kunden, die bereits eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach besitzen, können durch die Nachrüstung eines Speichers verbessert von ihrem selbst produzierten Strom profitieren. Ein Elektrohandwerksbetrieb vor Ort verbaut dann die Anlagen beim Kunden.

"Mein Smarthaus" selbst erleben in Worms und Mettenheim

Um zahlreiche dieser Produkte im Einsatz zu erleben, hat EWR in Zusammenarbeit mit Rheno-SystemBau und Massivhaus Wonnegau in Worms und Mettenheim zwei Musterhäuser "mein Smarthaus" erstellt. Von der Ladestation für E-Fahrzeuge über den intelligenten Rauchmelder bis hin zum eigenen Energiespeicher gespeist von der Fotovoltaikanlage können die Kunden dort selbst die neue Technik erleben. In regelmäßigen Präsentationen vor Ort erläutern die Energie-Profis, welche Vorteile die einzelnen Produkte bringen.

Die EWR-Smart-Home-Zentrale ist das Herzstück Ihres Smart Homes. Ob Heizkörperthermostate, Rauchmelder, Rollladensteuerung – die Zentrale verknüpft alle Ihre Smart-Home-Geräte in Ihrer Praxis oder Ihrem Zuhause.Die EWR-Smart-Home-Pakete für Ihre intelligente Praxis finden Sie unter http://www.dein-strom.de/derallgemeinarzt.



Autorin:
Yvonne Schönfelder und nach Informationen von EWR

Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2017; 39 (19) Seite 78-81