Symposium: Zur Prävention von Schlaganfällen und systemischen embolischen Ereignissen (SEE) bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) hat sich das NOAK Edoxaban zwei Jahre nach seiner Zulassung im klinischen Alltag etabliert. Wo sind die exakten Einsatzgebiete und wie wird das NOAK richtig dosiert?

Der Faktor-Xa-Inhibitor Edoxaban (Lixiana®) habe in Studien gezeigt, dass er neben der klassischen Schlaganfallprävention bei nvVHF-Patienten auch in verschiedenen Subgruppen pozentielle Vorteile gegenüber Warfarin aufweise und sicher einsetzbar sei, erklärte Prof. Dr. Reza Wakili, Essen: bei Kardioversionspatienten, älteren oder sturzgefährdeten Patienten sowie solchen mit Niereninsuffizienz. Für den Erfolg der NOAK-Therapie spiele die korrekte Dosierung eine Schlüsselrolle, betonte Prof. Dr. Dietmar Trenk, Bad Krozingen. Die Wahl der Dosis gleiche "einem Tanz auf dem Drahtseil" zwischen Unter- und Überdosierung – und damit zwischen erhöhter Thrombosegefahr und gesteigertem Blutungsrisiko.

Die richtige Dosierung

So zeigten Registerdaten aus den USA [1], dass es bei NOAK-Unterdosierung häufiger zu Hospitalisierungen komme und bei Überdosierung die Mortalität steige. Die Standarddosis von Edoxaban liegt bei 60 mg täglich und sollte auf 30 mg gesenkt werden, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft: eingeschränkte Nierenfunktion (CrCl 15–50 ml/min), Körpergewicht ≤60 kg oder Komedikation mit den P-Glykoprotein-Inhibitoren Ciclosporin, Dronedaron, Erythromycin oder Ketoconazol. In der Studie ENGAGE AF-TIMI 48 [2] waren die mit reduzierter Dosis behandelten Patienten in vergleichbarem Maße vor Schlaganfällen und SEE geschützt wie Patienten, bei denen die Dosis nicht reduziert worden war (jeweils im Vergleich zur VKA-Gruppe); das relative Blutungsrisiko war dabei geringer als unter Warfarin.


Literatur:
1) Steinberg BA et al., J Am Coll Cardiol 2016; 68: 2597–2604
2) Ruff CT et al., Lancet 2015; 385: 2288–2295

Susanne Pickl

Symposium: "Moderne Antikoagulation 2017 – Blickpunkt Edoxaban", anlässlich der DGK Herztage 2017, Daiichi Sankyo, Berlin, Oktober 2017


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2018; 40 (1) Seite 71