Für Menschen, die an Herzerkrankungen leiden, bergen Influenzaviren das Risiko schwerer oder tödlicher Herzereignisse, etwa Herzinfarkte, da Influenzaviren das Herz-Kreislauf-System schädigen.

Dass eine Grippeimpfung hier von Nutzen sein kann, belegen 2 aktuelle Untersuchungen. In einer dänischen Studie waren mehr als 130.000 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz im Schnitt für 3,7 Jahre nachbeobachtet worden. Patienten, die in dieser Zeit mindestens eine Grippeimpfung erhalten hatten, hatten einen deutlichen Überlebensvorteil gegenüber nicht-geimpften Patienten: Ihr Sterberisiko war 18 % geringer. Das Risiko reduzierte sich umso mehr, je regelmäßiger die Impfung im Laufe der Jahre erfolgte, so die Autoren. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie bei 8.700 Patienten aus Taiwan, die einen ersten Herzinfarkt überlebt hatten: Wer von ihnen innerhalb der ersten 6 Monate nach der Entlassung aus der Klinik gegen Grippe geimpft worden war, hatte innerhalb eines Jahres ein um 18 % geringeres Sterberisiko. Das Risiko, einen erneuten Herzinfarkt zu erleiden, war 16 % niedriger als bei ungeimpften Teilnehmern.


Quelle:
Modin D et al. (2019) Circulation. DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.036788
Wu HH et al. (2019) Plos One. DOI: 10.1371/journal.pone.0219172