Pressegespräch: "Eine enge Zusammenarbeit zwischen Diabetologen und Kardiologen ist erforderlich." So leitete Moderatorin Dr. Barbara Voll-Peters die Diskussion zwischen einem Kardiologen und einem Diabetologen ein.

Aufgeschlossen gegenüber der Diabetologie zeigte sich der Kardiologe Prof. Dr. Christian A. Schneider aus Köln: "Ich finde, dass wir voneinander viel lernen können." Auch die Hausärzte müssen mit ins Boot: "Wir sollten im Konzert miteinander arbeiten." Das unterstützte der Diabetologe Dr. Jörg Tafel aus Bad Homburg und Usingen: "Es muss Zusammenschlüsse von Kardiologen und Diabetologen geben."

Schneider sieht eine Verantwortung bei den Kardiologen bezüglich des Screenings auf Diabetes, denn bei den 50-Jährigen mit Typ-2-Diabetes hat jeder Dritte eine okkulte koronare Herzkrankheit (KHK). Wenn die Patienten ihre Diabetesdiagnose beim Kardiologen bekommen, kann das sogar Vorteile haben. Tafel hat beobachtet: "Der Kardiologe ist der Arzt, auf den die meisten Patienten hören."

Ärztliche Durchlässigkeit

Geht es um Therapieentscheidungen, ist auch das Miteinander gefragt, meinte Schneider: "Wir brauchen eine Durchlässigkeit vom Kardiologen zum Diabetologen und umgekehrt." Gerade mit dem SGLT-2-Hemmer Empagliflozin (Jardiance®) wird das interessant. Denn dieses orale Antidiabetikum zeigt bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Vorerkrankung bereits kurz nach Beginn der Therapie eine signifikante Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse, so die Ergebnisse der Studie EMPA-REG OUTCOME.

Bevor Empagliflozin zur Verfügung stand, wurden mit den anderen Therapien nur Komplikationen verhindert, meinte Tafel: "Mit diesem Medikament helfe ich Menschen." Er stellt durchaus auch Patienten mit Typ-2-Diabetes und KHK, wenn die Glukosewerte unter einer Insulintherapie nicht zufriedenstellend sind, auf den SGLT-2-Hemmer um. Rhetorisch stellte er mit Blick auf diese Hochrisikopatienten die Frage: "Welcher Patient ist dafür nicht geeignet?" Es gibt einen weiteren Vorteil: Für die Patienten ist mit SGLT-2-Hemmern eine Glukosesenkung schnell erkennbar, so dass sie konkrete Erfolge durch die Therapie sehen, auch unabhängig von der Risikoreduktion.


Dr. med. Katrin Kraatz

Pressegespräch: "Hand aufs Herz: Wer ist zuständig für den herzkranken Typ-2-Diabetiker?" anlässlich der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Boehringer Ingelheim/Lilly, Mannheim, November 2017


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2018; 40 (1) Seite 71