Die künstlichen Süßstoffe Sucralose und Acesulfam K verschlechterten bei jungen gesunden Kontrollpersonen den Glukosestoffwechsel, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die Probanden nahmen doppelblind über 2 Wochen 3 x täglich vor den Mahlzeiten entweder 1 Kapsel Plazebo oder Sucralose u. Acesulfam K (entsprechend 1.5 Liter von „Diät-Getränken“) zu sich. Nach der 14 tägigen Periode wurde im Nüchternzustand endoskopisch Glukose in den Zwölfingerdarm infundiert und im Plasma während 120 min fortlaufend Glukose sowie die Hormone Insulin, GLP-1, GLP-2 und GIP gemessen. Der Blutzucker wurde durch die künstlichen Süßstoffe signifikant um 27 % gesteigert. Das Darmhormon GLP-1 wurde signifikant verringert. GLP-2, GIP und Insulin zeigten insgesamt keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die Autoren diskutieren, dass künstliche Süßstoffe die Glukoseexposition der mehr distal gelegenen L-Zellen vermindern und damit den GLP-1-Ausstoß verringern könnten. Bei Genuss nicht-kalorischer, künstliche gesüßter Getränke könnte durch die dann überhöhten Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten ein Typ-II-Diabetes begünstigt werden. Die Studie zeigt damit erstmals beim Menschen einen Mechanismus auf, wie künstliche Süßstoffe den Glukosestoffwechsel ungünstig beeinflussen können.


Quelle:
Young RL et al.(2017) EASD-Kongress Lissabon 2017, Abstract 193