Dass ihre Patienten ihnen nicht immer die ganze Wahrheit sagen, dürfte den meisten Ärzten bewusst sein. Aber gibt es Dinge, die Patienten besonders oft verheimlichen.

Dieser Frage ging eine Studie aus den USA nach. Demnach verschwiegen Patienten am häufigsten dann etwas, wenn sie mit den Empfehlungen des Arzte nicht einverstanden waren. Problematisch wurde es auch, wenn die Patienten die Anweisungen ihres Arztes einfach nicht richtig verstanden hatten. Nicht ganz unerwartet ist sicherlich, dass Patienten keine ehrliche Auskunft über einen möglicherweise ungesunden Lebensstil gaben. Und etliche würden ihrem Arzt auch nicht mitteilen, dass sie ein verordnetes Medikament gar nicht eingenommen haben. Was die Gründe für dieses „Flunkern“ sind, wollten die Forscher ebenfalls wissen. Hier stand die Scham, etwas zugeben zu müssen und eventuell dafür belehrt zu werden im Vordergrund. Viele wollten aber auch nicht als schwieriger Patient gelten und dem Arzt nicht unnötig viel seiner Zeit rauben. Zu Besorgnis Anlass gibt sicherlich, dass es vor allem jene Patienten ihren Ärzten keinen reinen Wein einschenkten, deren Gesundheitszustand besonders schlecht war. Und ob die befragten Patienten den Forschern tatsächlich die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit erzählt hatten, ist natürlich auch noch fraglich. Die Studienautoren gehen deshalb davon aus, dass das Problem der unehrlichen Kommunikation zwischen Patient und Arzt ehr noch größer sein dürfte, als es ihre Ergebnisse darlegen.


Quelle:
Levy AG et al. (2018) JAMA. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5293