Bei Migräne und Spannungskopfschmerz lässt sich die Wirkung von OTC-Analgetika durch die Zugabe von Koffein offenbar deutlich steigern.

Dabei hängt der Effekt offenbar stark von der Koffeindosis ab. Zu diesem Ergebnis kommt ein Review von 7 plazebokontrollierten Studien. Belege für diesen adjuvanten Effekt finden sich insbesondere in einer sechsarmigen randomisierten Studie aus Deutschland, an der 1.743 Patienten teilgenommen haben. Hier wurde eine Fixkombination aus Paracetamol, ASS und 50 mg Koffein verglichen mit einer Kombi aus Paracetamol und ASS, mit Paracetamol allein, ASS allein, Koffein (50 mg) allein oder Plazebo. Der primäre Endpunkt, eine 50 %ige Schmerzlinderung, hatte sich in der Gruppe mit der Koffein-Kombi deutlich schneller, nämlich bereits nach 65 Minuten, eingestellt als in den anderen Gruppen (75, 79, 81, 107 bzw. 133 Minuten). Wie die Autoren betonen, ist die Wirkung von Koffein komplex, mit teilweise paradoxen, dosisabhängigen klinischen Effekten. Ab einer Dosis von 10 bis 35 mg/kg steigere Koffein den Magen-pH-Wert und die Motilität des Verdauungstrakts, was möglicherweise zur beschleunigten Resorption von Analgetika beitrage. Geringere Dosierungen könnten dagegen die Wirkung von Schmerzmitteln hemmen. Die optimale Dosierung sei derzeit noch nicht gesichert, so die Autoren. Derzeit gehe man davon aus, dass sich mit einer Dosis von 130 mg Koffein die Wirkung von Analgetika und NSAR bei Patienten mit Spannungskopfschmerz und mit 100 mg und darüber die Wirkung bei Migränepatienten signifikant steigern lasse. Die Autoren warnen insbesondere vor exzessivem Gebrauch: Dieser könne akut zu einer Verschlimmerung der Kopfschmerzen führen und langfristig dazu beitragen, dass sich Kopfschmerzen oder Migräne chronifizieren.


Quelle:
Lipton RB et al. (2017) J Headache Pain. DOI: 10.1186/s10194-017-0806-2