Eine Studie hat gezeigt, dass die Injektion von höher konzentriertem Insulin zu einer Verbesserung der Nüchternglukose, des HbA1c-Werts sowie der Rate schwerer oder leichter Hypoglykämien führt.

Der Grund dafür liegt womöglich in der Beweglichkeit und Kraft der Hände der Patienten. In der randomisierten, offenen, vergleichenden Crossover-Studie wurde die glykämische Kontrolle unter Anwendung von Lispro 200 E/ml KwikPen (Liprolog 200 E/ml; Abkürzung: L200 KP) verglichen mit der glykämischen Kontrolle unter Lispro 100 E/ml Kwikpen (Liprolog 100 E/ml; Abkürzung: L100 KP). L200 KP ist doppelt so hoch konzentriert wie das herkömmliche L100 KP und wird für Patienten mit erhöhtem Insulinbedarf empfohlen (Bedarf von mehr als 20 Einheiten an schnell wirksamem Insulin pro Tag). Der Beobachtungszeitraum lag bei 12 Wochen, teilgenommen hatten 126 Menschen mit Typ-2-Diabetes. Interessant ist, dass die Patienten vor Beginn der Studie auf Vorliegen einer Cheiroarthropathie („Stiff-Hand-Syndrome“/„Limited Joint Mobility Syndrome“) untersucht worden waren. Fast die Hälfte der 126 Teilnehmer (48,4 %) war davon betroffen.

Im Ergebnis wurde unter der Behandlung mit L200 KP eine signifikante Verbesserung von Nüchternglukose, HbA1c-Wert, der Rate schwerer oder leichter Hypoglykämien und eine Verminderung der Dosis an schnellwirksamem Insulinanalogon beobachtet, während unter dem Standard L100 KP keine signifikante Veränderung dieser Parameter zur Baseline beobachtet wurde. Darüber hinaus hatten die Patienten weniger Probleme beim Injektionsvorgang unter L200 KP. Die Forscher schließen daraus, dass die besseren metabolischen Ergebnisse unter L200 KP auf die leichtere Kolbengängigkeit, das geringere Injektionsvolumen und die kürzere Dauer des Injektionsvorgangs zurückzuführen sein könnten – also insgesamt auf eine effektivere Injektion der gesamten Insulinmenge. Empfohlen wird, die Überprüfung auf Cheiroarthropathie im Zuge der Verordnung einer Insulintherapie als Standardpraxis zu übernehmen, um einen Insulinpen auswählen zu können, der den motorischen Fähigkeiten des Patienten entspricht. Internationale Daten gehen davon aus, dass 67 % der über 65-Jährigen aufgrund einer Arthrose oder Arthritis Probleme mit den Händen haben. Ärzte sollten also bei ihren Patienten auch auf deren Hände und deren Beweglichkeit und Kraft achten.


Quelle:
Gentile S et al. (2018) Expert Opinion on Drug Safety. DOI: 10.1080/14740338.2018.1453495