Eine Katheterbehandlung, die Nervenbahnen in den Wänden der Nierenarterien verödet und damit eine chronische Stresswirkung durchbricht, hat in einer Studie den Blutdruck ohne die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten dauerhaft gesenkt und damit die prinzipielle Wirksamkeit des Verfahrens bestätigt.

Die renale Denervierung könnte vorbehaltlich einer Bestätigung durch weitere Studien zu einer Option für Patienten werden, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL. Dies wäre vor allem für die Patienten interessant, die trotz der Einnahme mehrerer Medikamente gefährlich hohe Blutdruckwerte haben.

Bei der renalen Denervierung (RDN) wird ein Katheter von der Leiste aus über die Bauchschlagader in die Nierenarterien vorgeschoben. An der Spitze des Katheters befinden sich Elektroden, die über einen Hochfrequenzstrom erhitzt werden können. Dadurch werden Nervenfasern in der Wand der Arterie verödet, die vereinfacht dargestellt über eine „chronische Stresswirkung“ in den Nieren den Blutdruck erhöhen. Die Behandlung, die in beiden Nierenarterien durchgeführt wird, dauert etwa 45 Minuten. Wenn sie gelingt, wird der Blutdruck vermutlich auf Dauer gesenkt. Vor 3 Jahren hatte die renale Denervierung in der Symplicity HTN-3-Studie die Erwartungen der Experten enttäuscht. Die Blutdrucksenkung war damals nicht besser als bei einer Scheinbehandlung. Inzwischen wurde das Katheterverfahren verbessert. Es ist jetzt eine vollständige Verödung aller Nervenfasern einschließlich der Abzweigungen der Nierenarterien möglich, so die DHL.


Quelle:
Townsend RR et al. (2017) Lancet. DOI: 10.1016/S0140-6736(17)32281-X