Ein schlanker und straffer Körper mit nur 20 Minuten Training pro Woche – das verspricht das EMS-Training. Viele Fitnessstudios in Deutschland werben mit dem neuen Sporttrend EMS (Elektromyostimulation), bei dem die Muskeln während des normalen Trainings zusätzlich mit elektrischem Strom stimuliert werden.

Ob das Training wirklich den gewünschten Effekt bringt, ist nicht bewiesen und falsch angewendet kann EMS sogar zu Schäden an Muskeln und Nieren führen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Denn ein zu intensives Krafttraining führt zu einer erhöhten Ausschüttung der Creatin-Kinase (CK), einem Enzym, das die Muskeln mit Energie versorgt. Wissenschaftler der Sporthochschule Köln haben herausgefunden, dass der Anstieg der CK beim EMS-Training bis zu 18 Mal höher ist als beim herkömmlichen Training. Diese Extremwerte können in Einzelfällen zu Nierenschädigungen führen. Das EMS-Training sollte höchstens ein- bis maximal zweimal pro Woche absolviert und von gut ausgebildetem Personal durchgeführt werden.


Quelle:
Kemmler W et al. (2015) Dtsch Z Sportmed. DOI: 10.5960/dzsm.2015.209