Symposium: Obstruktive Bronchiolitis und/oder Emphysem? Zwei ganz unterschiedliche Ursachen tragen zur Atemwegsobstruktion bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bei. Wann spricht welche Therapie am besten an?

Beide Phänotypen sprechen auf bronchodilatatorische Medikation an, auf antiinflammatorische nur die entzündliche Form. Als Biomarker für das Ansprechen auf ein Kortikosteroid hat sich in den letzten Jahren eine Eosinophilie etabliert. Patienten mit hoher Eosinophilenzahl (>300 Eos/µl) profitieren mit hoher Wahrscheinlichkeit von inhalatorischen Kortikosteroiden (ICS), nicht aber jene mit niedrigen Werten (<100 Eos/µl). Für das ICS sprechen zudem häufige Exazerbationen (>2 pro Jahr) und ein früheres oder komorbides Asthma, sagte Prof. Dr. Gernot Rohde, Frankfurt/Main. Eher zu vermeiden sind ICS bei vorangegangenen Pneumonien.

Punktsieg für die Dreifach-Kombination

In mehreren klinischen Studien (u. a. IMPACT, TRIBUTE, KRONOS) verbesserte die Hinzunahme eines ICS zu zwei Bronchodilatatoren (LAMA/LABA+ICS) im Vergleich zu LABA/ICS die Lungenfunktion und die Exazerbationsfrequenz. In der Impact-Studie mit 10.355 symptomatischen COPD-Patienten mit erhöhtem Exazerbationsrisiko senkte die einmal tägliche Triple-Fixkombination mit Fluticason (ICS), Umeclidinium (LAMA) und Vilanterol (LABA) (Trelegy Ellipta®) die jährliche Rate an moderaten oder schweren Exazerbationen signifikant im Vergleich zu den dualen Kombinationen aus ICS/LABA und LAMA/LABA. Überlegen war die Dreifachkombi auch in puncto Lungenfunktion und bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Das Medikament ist mit einem Hub 24 Stunden wirksam.


Ralf Schlenger

Symposium: "Expertengespräch zur COPD: Evidenztransfer von Studienergebnissen in die Praxis", GlaxoSmithKline, 60. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), München, März 2019


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2019; 41 (8) Seite 67