Symposium: Über die Hälfte der Deutschen weist eine unzureichende Gesundheitskompetenz auf, d. h., es fällt ihnen schwer, mit Gesundheitsinformationen umzugehen und sie zur Bewältigung ihrer Krankheit zu nutzen. Dies erschwert auch die Arzt-Patienten-Kommunikation.

Um das Verständnis der Patienten zu verbessern und dem Arzt das Aufklärungsgespräch zu erleichtern, sind neben speziellen Gesprächsmethoden auch Transparenz und Partizipation durch den Einsatz digitaler Patientenportale erfolgreich. Einen Schlüssel zu mehr Gesundheitskompetenz stellt das Konzept TheraKey® dar. Herzstück ist ein Onlineportal, über das der Patient sich produktneutral über Diagnose und Therapie seiner Erkrankung informieren kann. Zur Verfügung stehen wissenschaftlich geprüfte Texte, Animationen, Expertenvideos, Tipps zu nicht-medikamentösen Ansätzen und Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen. Abgerundet wird das Portal durch den digitalen Therapie-Assistenten MyTherapy-App, der die Patienten mobil bei der Therapieumsetzung unterstützt. Das Portal steht mittlerweile für acht verschiedene Indikationen zur Verfügung, wie Hypertonie, COPD oder Typ-1- und -2-Diabetes.

Informationen verbessern Compliance

Jens Dommel, Experte aus dem Bereich der medizinischen Datenverarbeitung, findet es beeindruckend, wie groß der Einfluss persönlicher Gesundheitsinformationen auf die Gesundheitskompetenz sein kann. Als Beispiel verwies er auf eine US-amerikanische Untersuchung zu „Open Notes“. Durch den Zugriff auf ihre medizinische Dokumentation nach dem Arztbesuch erlangten die Patienten ein besseres Verständnis ihrer Erkrankung und erinnerten sich besser an ihre Therapiepläne. Zudem verbesserten sich Selbstmanagement, Arzneimitteladhärenz sowie das Vertrauen in den Arzt. Heute haben in den USA über 11 Millionen Patienten Zugang zu ihren Gesundheitsdaten.


Dagmar Jäger-Becker

Symposium: „Good News – Jetzt erfahren Sie Unterstützung in der Patienten-Kommunikation“, Berlin-Chemie


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2017; 39 (11) Seite 76