In der Diskussion um eine verpflichtende Masernimpfung für alle Kinder plädiert die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) für eine zweimalige Masernimpfung aller ab 1970 geborenen Personen ohne medizinische Kontraindikationen.

Gleichzeitig lehnt sie eine Impfpflicht ab, weil ihr Nutzen unklar und sie womöglich nicht geeignet sei, das Ziel höherer Durchimpfungsraten zu erreichen. Stattdessen befürwortet die DEGAM eine (freiwillige) Selbstverpflichtung aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus kombiniert mit dem Impfmodul in der erweiterten hausärztlichen Gesundheitsuntersuchung ab 18 Jahren. Die DEGAM findet es gesellschaftlich nicht verantwortungsvoll, Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen. Dies sei unsozial gegenüber Kindern, die aufgrund von Kontraindikationen nicht geimpft werden können. Deshalb steht die DEGAM Sanktionsmaßnahmen von öffentlichen Einrichtungen aufgeschlossen gegenüber.