Derzeit fragen sich viele Tierbesitzer, ob ihre Haustiere, Nutztiere und Pferde auch an COVID-19 erkranken können oder eine Übertragung des Virus durch die Tiere auf den Menschen ein Risiko darstellt. Wissenschafter der Vetmeduni Vienna geben hier Entwarnung.

So seien bis Mitte April zwar rund 2 Millionen Coronavirus-Infektionen bei Menschen nachgewiesen worden, aber lediglich 2 bei Hunden, 2 bei Katzen und einem Tiger. Alle Tiere wurden von SARS-CoV-2 infizierten Menschen angesteckt. Es gebe bis heute keinen einzigen umgekehrten Fall, also einer Ansteckung eines Menschen durch sein Haustier oder ein Nutztier, so die Forscher. Haus- und Nutztiere hätten somit keinerlei Bedeutung in der SARS-CoV-2 Epidemiologie. Es handelt sich vielmehr um einen sogenannten „Spill-over“-Effekt, bei dem in seltenen Fällen eine Virusübertragung vom Hauptwirt, dem Menschen, auf gewisse Tierarten erfolgen kann. Üblicherweise passiere dies auch nur, wenn eine größere Virusmenge vom Tier aufgenommen wird. Ebenso gebe es derzeit keine Hinweise darauf, dass equine Coronaviren von Pferden für den Menschen gefährlich werden können.
SARS-CoV-2-Infektionen scheinen bei Katzen zwar sehr seltene Ereignisse zu sein. Dennoch sei eine vermehrte Aufmerksamkeit auf ihren respiratorischen Gesundheitszustand zu richten, empfehlen die Tiermediziner. So sei es sinnvoll, Freigängerkatzen aus Haushalten mit bestätigten COVID-19-Fällen oder Verdachtsfällen für die Dauer der Quarantäne im Haus bzw. in der Wohnung zu belassen und den Kontakt dieser Tiere zu gesunden Personen auf ein notwendiges und hygienisches Mindestmaß zu beschränken. Entwickeln solche „Kontaktkatzen“ respiratorische Symptome wie Husten, Niesen oder Atemnot, sollte man den Tierarzt informieren, dass hier möglicherweise eine SARS-CoV-2-Infektion vorliegt.


Die Übertragung von Coronaviren beispielsweise über Tierfell oder Hundenasen sei nicht auszuschließen, geben die Forscherv zu bedenken. Hustet oder niest sich eine an COVID-19 erkrankte Person in die Handfläche und streichelt unmittelbar danach das Fell des Tieres, könnten nennenswerte Mengen infektiöser Viren an den Tierhaaren haften bleiben. Streichelt dann eine gesunde Person über das Fell und fasst sich danach an Nase oder Mund, könne es zu einer Virusübertragung kommen. Derzeit gebe es keine Studien, in denen untersucht wurde, wie lange Coronaviren auf Tierhaaren infektiös bleiben. Wäscht man das Fell der Tiere mit einem geeigneten Shampoo, wird die Erregerlast im Fell und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer passiven Einschleppung des Virus reduziert, so der Rat der Wissenschaftler.