Patienten mit der chronischen Lungenerkrankung COPD leiden nicht nur unter häufigem Husten, Atembeschwerden und Entzündungen im Bereich der Atemwege, sie entwickeln auch Begleiterkrankungen, die andere Organe betreffen. Wie oft solche Komorbiditäten vorkommen und wie man sie erkennen kann, soll die deutschlandweite COSYCONET-Studie klären.

Aktuelle Ergebnisse der umfangreichen Studie, an der mehr als 2.700 COPD-Patienten aus 29 Versorgungszentren teilnehmen, zeigen, welchen Einfluss COPD auf das Herz hat. So beobachten die Forscher, dass die linke Herzkammer bei COPD-Patienten oft verkleinert ist, außerdem ändert sich durch die Überblähung der Lunge die Lage des Herzens im Brustkorb. Mit zunehmendem Schweregrad der COPD verschiebt sich auch die elektrische Achse des Herzens, also die Richtung der Erregungsausbreitung im Herzmuskel. Diese Veränderung müsse an sich keinen Krankheitswert haben, es sei jedoch wichtig, die möglicherweise durch die COPD verursachten Verschiebungen bei der Interpretation von EKG-Ableitungen zu berücksichtigen, so die Wissenschaftler. Im Rahmen der COSYCONET-Studie werden die COPD-Patienten siebenmal intensiv untersucht: Bei Aufnahme in die Studie, sowie 6, 18, 36, 54, 72 und 90 Monate danach. Bei jedem dieser Termine werden Lungenfunktion und weitere Parameter gemessen, auf Komorbiditäten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen untersucht und die körperliche Leistungsfähigkeit getestet. Eine solch große und umfassende Datenbasis zur COPD fehlte für Deutschland bislang, sagen die Wissenschaftler.


Quelle:
DGIM-Kongress 2019