Die Cochrane-Stiftung hat ihr Review zur MMR-Impfung aus dem Jahr 2012 aktualisiert und kommt zu folgenden Ergebnissen:

•Masern: Bereits eine Dosis des Impfstoffs schützte 95 % der Geimpften vor einer Masernerkrankung. Auf Basis der im Review analysierten Daten würde die Zahl der Fälle von 7 % bei ungeimpften Kindern auf unter 0,5 % bei Kindern sinken, die eine Dosis des Impfstoffs erhalten. Nach zwei Dosen war die Wirksamkeit mit etwa 96 % ähnlich hoch.

•Mumps: Eine Dosis des Impfstoffs beugte bei 72 % der Geimpften einer Erkrankung vor. Nach 2 Dosen stieg die Wirksamkeit auf 86 %. Aus den analysierten Daten geht hervor, dass die Zahl der Fälle von 7,4 % bei ungeimpften Kindern auf 1 % bei Kindern zurückgehen würde, die mit 2 Dosen geimpft wurden.

Auch die Ergebnisse für Röteln und Windpocken zeigten, dass die Impfstoffe wirksam sind. Nach einer Impfdosis war der Impfstoff zu 89 % wirksam, um einer Erkrankung mit Röteln vorzubeugen. Eine Studie ergab, dass der relativ neue MMRV-Impfstoff nach 10 Jahren zu 95 % vor Windpocken schützte. Bei einer Exposition gegenüber Windpocken würden sich also 5 von 100 geimpften Kindern anstecken.

In Bezug auf die Kontroverse um Behauptungen, die die MMR-Impfung und Autismus miteinander in Verbindung bringen, fasst der Bericht Evidenz aus 2 Studien mit 1.194.764 Kindern zusammen. Die diagnostizierten Fälle von Autismus waren bei geimpften und nicht geimpften Kindern ähnlich und widerlegen abermals den Verdacht eines Zusammenhangs. Zwei weitere Studien mit 1.071.088 Kindern fanden keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen den MMR-Impfstoffen und Enzephalitis, entzündlichen Darmerkrankungen, Morbus Crohn, kognitiver Verzögerung, Typ-1-Diabetes, Asthma, Dermatitis/Ekzem, Heuschnupfen, Leukämie, Multipler Sklerose, Gangstörungen und bakteriellen oder viralen Infektionen.


Quelle:
Di Pietrantonj C et al. (2020) Cochrane Database of Systematic Reviews. DOI: 10.1002/14651858.CD004407.pub4