Wenn in der Praxis ein normaler Blutdruck gemessen wird, könnte das täuschen. Eine amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bei jedem 8. Patienten falsch-niedrige Werte gemessen werden.

Für die Untersuchung waren 3 große Studien ausgewertet worden. Das Risiko einer maskierten Hypertonie stieg dabei mit den in der Praxis gemessenen Werten. Am höchsten (29,7 %) war es, wenn der Blutdruck zwischen ≥ 130/85 und 140/90 mmHg lag. Bei optimalen Blutdruckwerten von ≤ 120/80 mmHg lag die Prävalenz nur bei 6,6 %. Die Autoren schließen daraus, dass eine große Zahl von Hypertonikern durch eine alleinige Blutdruckmessung in der Praxis nicht erkannt würde, sie raten daher zu einer Langzeitblutdruckmessung insbesondere bei über 45-Jährigen, bei Männern, Diabetikern und Menschen mit prähypertensiven Blutdruckwerten.


Quelle:
Wang YC et al. (2017) Am J Epidemiol. DOI: 10.1093/aje/kww237