Eine aktuelle Auswertung von 7 großen Bevölkerungsstudien zeigt, dass die Blutdruckwerte in Deutschland in den letzten beiden Jahrzehnten gesunken sind. Am stärksten war der Rückgang bei den 55- bis 74-Jährigen, teilt das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) mit.

Auch regional zeigten sich Unterschiede: Im Nordosten sanken die Werte im Vergleich zum Bundesdurchschnitt am stärksten. Das in früheren Publikationen nachgewiesene Ost-West-Gefälle, wonach die Werte in Ostdeutschland höher waren als in Westdeutschland, gleiche sich damit an. Bevölkerungsweite Studien zum Bluthochdruck sind vergleichsweise selten. Denn obwohl der Blutdruck ständig gemessen wird, ist es schwierig an Daten heranzukommen, die nach genau festgelegten Regeln hochpräzise erhoben wurden und daher vergleichbar sind. In den 7 analysierten Studien mussten sich die Probanden in einer genau festgelegten Position hinsetzen und auch die Ruhezeiten vor den einzelnen Blutdruckmessungen waren identisch. Unterschiede zwischen den verwendeten Messgeräten wurden durch spezielle Kalibrierungsformeln herausgerechnet.


Quelle:
Neuhauser H et al. (2016) Dtsch Arztebl Int. DOI: 10.3238/arztebl.2016.0809