Symposium: Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (­NOAKs) haben sich im klinischen Alltag etabliert und die Vitamin-K-Antagonisten (VKA) in immer mehr Indikationen abgelöst.

Bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) sind NOAKs heute die Antikoagulanzien der Wahl [1]. „Vitamin-K-Antagonisten sind nur noch eine Alternativtherapie und ASS ist zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern kontraindiziert“, erklärte Prof. Dr. med. Hendrik Bonnemeier, Kiel. Für den Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban (Xarelto®) liegt eine Fülle an Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit aus der Praxis vor. Bonnemeier machte den „Fakten-Check“: Im klinischen Alltag ist das Risiko schwerwiegender Blutungen unter Rivaroxaban nicht höher als unter einem VKA. Das Risiko der gefürchteten intrakraniellen Blutungen war in der retrospektiven amerikanischen Datenanalyse REVISIT-US mit 47 % relativer Risikoreduktion sogar signifikant geringer als unter einer VKA-Therapie [2].

Positives Nutzen-Risiko-Profil

In XANTUS, der ersten internationalen, prospektiven Phase-IV-Studie eines NOAK bei Patienten mit nvVHF, betrug die Inzidenzrate für intrakranielle Blutungen 0,4 % pro Patientenjahr, für Schlaganfälle und systemische Embolien 0,8 %. Für die Gesamtmortalität und thromboembolische Ereignisse lagen die Inzidenzraten bei 1,9 % und 1,8 % pro Patientenjahr. Diese Daten bestätigen das aus der Phase-III-Studie ROCKET AF [3] bekannte positive Nutzen-Risiko-Profil von Rivaroxaban. Das Fazit von Bonnemeier: „Bei Patienten mit Vorhofflimmern verbessern NOAKs Prognose, Lebensqualität und Sicherheit.“


Literatur:
1) Kirchhof P et al., Eur Heart J 2016; 37: 2893–962
3) Patel MR et al., N Engl J Med 2011, 365: 883–891
2) Coleman CI et al., Curr Med Res Opin 2016; 32: 2047–2053

Dr. med. Kirsten Westphal

Symposium: „Update: Antikoagulation in verschiedenen klinischen Situationen“ , Bayer


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2017; 39 (11) Seite 74