15.12.2011 Verfärbtes Sputum kein Grund für Antibiotika-Gabe

Doch auch in diesen Fällen bringt die antibiotische Behandlung meist keine Vorteile. Zu diesem Schluss kommt eine prospektive Studie in 13 europäischen Ländern, für die klinische Daten zur Behandlung und zum Verlauf von 3.402 Patienten erhoben worden waren, die wegen eines akuten Hustens oder eines tiefen Atemwegsinfekts eine Hausarztpraxis aufgesucht hatten. Dabei wurde auch die Sputum-Produktion und -Farbe erfasst.
Es zeigte sich, dass Patienten mit eitrigem Auswurf signifikant häufiger ein Antibiotikum erhielten. Daraus ergab sich für diese aber kein Vorteil für den weiteren Verlauf der Erkrankung bzw. eine Besserung der Symptome im Vergleich zu jenen Patienten, die nicht mit Antibiotika behandelt worden waren.
Eine Verfärbung des Sputums dürfe nicht als Beweis für einen bakteriellen Infekt angesehen werden. Die Verfärbung beruht meist auf einer Freisetzung von Myeloperoxidasen (MPO) aus neutrophilen Granulozyten. Und diese könne sich auch bei einer viralen Atemwegsinfektion ergeben.
Butler CC et al. (2011) Eur Respir J 38 (1): 119–125. DOI: 10.1183/09031936.00133910
Ott SR (2011) PneumoNews 4/2011: 11–12
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