30.12.2011 Steigt die KHK-Sterberate bei postmenopausalen Frauen tatsächlich?

Eine große Studie widerspricht der bisherigen Annahme, dass bei Frauen nach den Wechseljahren die Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen deutlich ansteige.

Viel wahrscheinlicher sei es, dass allein das zunehmende Alter der Grund ist. Die Forscher hatten die Langzeit-Mortalitätsdaten zwischen 1950 und 2000 bei den Geburtsjahrgänge von 1916 bis 1945 in England, Wales und den USA analysiert.

Dabei zeigte sich, dass KHK-Sterblichkeit bei den Männern vor dem 45. Lebensjahr jährlich um 30,3 % steigt, danach aber nur noch um 5,2 % pro Jahr zunimmt. Bei Frauen hingegen erhöht sich die KHK-Mortalität kontinuierlich um 8 % pro Jahr. Ein stärkerer Anstieg nach der Menopause wurde nicht beobachtet. Eine hormonell bedingte Ursache sei daher unwahrscheinlich, so die Forscher.

Sie vermuten, dass bei Männern ein biologischer Faktor vorhanden ist, der zu einer relativ frühen erhöhten KHK-Mortalität führt. Infrage käme z. B. dass die Verkürzung der Telomere an den Chromosomen bei Männer in jungen Jahren schneller voranschreite als bei Frauen. Später gleiche sich die Abbaugeschwindigkeit zwischen den Geschlechtern wieder an.

Vaidya d et al. (2011) BMJ 343. DOI: 10.1136/bmj.d5170

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