12.01.2012 Psychische Störungen fordern Europa heraus

Unter psychischen und neurologischen Erkrankungen leiden in Europa mehr Menschen als bisher angenommen.

Dies ergab eine über drei Jahre in den 27 EU-Staaten sowie der Schweiz, Island und Norwegen durchgeführten wissenschaftlichen Studie. Demnach leiden 38,2 % aller Einwohner der EU unter einer klinisch bedeutsamen psychischen Störung, das sind fast 165 Millionen Menschen.

Am häufigsten sind Angststörungen (14 %), Schlafstörungen (7 %), unipolare Depressionen (6,9 %), psychosomatische Erkrankungen (6,3 %), Alkohol- und Drogenabhängigkeit (4 %), ADHS (5 % aller Kinder und Jugendlichen). Hinzu kommen weitere Milionen Menschen, die von Neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder multipler Sklerose betroffen sind.

Die Autoren stellen zudem dramatische Missstände in der Versorgung fest. So würden weniger als ein Drittel aller Betroffenen überhaupt behandelt, dann aber oft nicht im Einklang mit fachlichen Richtlinien.

Technische Universität Dresden. Wittchen HU et al. (2011) Eur Neuropsychopharmacol 21 (9): 655–679

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