02.01.2012 Pflanzeninhaltsstoff senkt Brustkrebsrisiko

Pflanzeninhaltsstoffen mit hormonähnlicher Wirkung, sogenannte Phytoöstrogene, werden schon länger krebshemmende Eigenschaften zugeschrieben.

Frühere Untersuchungen, bei denen meist nur Ernährungsbefragungen vorgenommen worden waren, hatten jedoch widersprüchliche Ergebnisse geliefert. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) konnten nun erstmals nachweisen, dass diese Substanzen bei Brustkrebs nach den Wechseljahren das Sterblichkeitsrisiko sowie das Risiko, Metastasen oder Zweittumoren zu entwickeln, um bis 40 % verringern.

Zwischen den Jahren 2002 und 2005 hatten die DKFZ-Forscher Blutproben von 1.140 Frauen genommen, die nach den Wechseljahren an Brustkrebs erkrankt waren. Nach sechs Jahren Beobachtungszeit setzen sie den Enterolakton-Spiegel in Bezug zum klinischen Verlauf.

Eneterolakton entsteht bei der Umwandlung von Phytoöstrogenen, wie Lignanen (enthalten in Leinsamen, Getreide, Gemüse), im Darm. Enterolakton wird dann von der Darmschleimhaut resorbiert. Verglichen mit den Teilnehmerinnen mit dem niedrigsten Enterolakton-Spiegel hatten die Frauen mit den höchsten Blutwerten ein etwa 40 % geringeres Sterblichkeitsrisiko.

Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich auch hinsichtlich des Auftretens von Metastasen und Zweittumoren. Signifikant seien die Erkenntnisse allerdings nur für die Gruppe der Tumoren, die keinen Östrogenrezeptor tragen, so die Forscher. Dies lege die Vermutung nahe, dass Enterolakton den Schutz vor Krebs nicht über seine hormonartige Wirkung vermittelt, sondern zum Beispiel den Zelltod fördert und das Aussprießen neuer Blutgefäße hemmt.

Buck K et al. (2011) J Clin Oncol. DOI: 10.1200(JCO.2011.34.6478

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