21.12.2011 Koloskopie nur alle 20 Jahre nötig?
Zu dieser Aussage kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ). Bisher wird ein 10-Jahres-Intervall empfohlen. Die Wissenschaftler hatten die Daten von 1.945 Darmkrebspatienten aus 22 teilnehmenden Kliniken im Rhein-Neckar-Raum ausgewertet und mit 2.399 Kontrollpersonen verglichen.
404 der Krebspatienten sowie 1184 Kontrollpersonen hatten sich bereits einmal koloskopieren lassen. Während sich bei den Kontrollen 693 Probanden (36,6 %) als polypenfrei erwiesen hatten, waren es bei den späteren Krebspatienten nur 165 (9,4 %). Eine negative Koloskopie stellt damit einen unabhängigen Faktor für ein sehr niedriges Krebsrisiko dar (Odds Ratio: 0,19), so die Forscher. Dies galt auch, wenn die Koloskopie schon 20 Jahre oder länger zurücklag.
Allerdings wiesen Raucher, bei denen die Vorsorge-Koloskopie bereits 10 Jahre zurücklag, ein ähnlich hohes Darmkrebsrisiko auf wie Nichtraucher, die sich noch nie einer Darmspiegelung unterzogen hatten. Bei Rauchern sollten deshalb die Untersuchungsintervalle eher verkürzt werden, raten die Autoren.
Brenner H et al. (2011) J clin Oncology 29 (28): 3761–3767. DOI: 10.1200/JCO.2011.35.9307
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