07.10.2011 Jungs werden immer früher geschlechtsreif

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist das Alter der Geschlechtsreife um etwa 2,5 Monate pro Jahrzehnt gefallen.

Dies glauben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) anhand von Sterblichkeitsdaten nachweisen zu können. Denn genau dann, wenn Jungen in der Pubertät am meisten Hormone produzieren, steige auch ihre Wahrscheinlichkeit zu sterben sprunghaft an.

Dieses Phänomen sei statistisch gut erfasst und wird als „accident hump“ bezeichnet. Mit 18 Jahren liege das Sterberisiko heute etwa sechsmal höher als mit 13 Jahren. Dieser accident hump habe sich in den letzten Jahrhunderten immer weiter nach vorne verschoben. Ein heute 18-Jähriger sei demnach körperlich so weit entwickelt wie ein 22-Jähriger um das Jahr 1800.

Ursache für die Verschiebung seien die verbesserten Ernährungs- und Gesundheitsbedingungen. Gleichzeitig driften biologische und soziale Lebensphasen junger Menschen immer weiter auseinander. Während Jugendliche immer früher biologisch erwachsen werden, erreichen sie den sozialen Status des Erwachsenseins immer später, so die Forscher.

MPIDR; Goldstein JR et al. (2011) PLoS One 6 (8). DOI: 10.1371/journal.pone.0014826

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