05.01.2012 Jüngere Ärzte greifen schneller zu Antibiotika

In einer Umfrage des Robert Koch-Instituts (RKI) unter 3.492 Ärzten gaben 90 % der Befragten an, mindestens einmal pro Woche Antibiotika zu verordnen.

66 % der Ärzte verschreiben Antibiotika sogar täglich. Am häufigsten setzen Urologen (92 %), HNO-Ärzte (90 %) und Pädiater (72 %) die antibakteriellen Wirkstoffe ein. Bei den Ärzten, die Antibiotika täglich verschreiben, lag der Anteil der Ärzte unter 30 Jahren um 56 % höher als der von älteren Ärzten.

Ein Grund dafür könnte sein, dass jüngere Ärzte noch unsicher sind und eher auf Nummer sicher gehen wollen. Auch bei den Geschlechtern zeigten sich Unterschiede, So gaben 72 % der Ärzte, aber nur 56 % der Ärztinnen an, täglich Antibiotika zu verordnen. Zudem scheinen die Ärzte in Ostdeutschland eher zu Antibiotika zu greifen als ihre Kollegen im Westen des Landes.

Velasco E et al. (2011) Infection 39: 289–297. DOI: 10.1007/s15010-011-0137-1

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