26.10.2011 HIV-Patienten in den Mund schauen

Ausgeprägte Probleme im Mundbereich sind bei HIV-Infizierten mit einem vierfach erhöhten Herz-Kreislaufrisiko verbunden.

Dies berichten Zahnmediziner des Universitätsklinikums Leipzig. Für ihre HIV-Herz-Studie hatten sie die Daten von 372 Patienten ausgewertet. Dabei zeigte sich, das HIV-Infizierte fast doppelt so häufig Beschwerden um Mundbereich aufwiesen wie die Normalbevölkerung.

Von den Patienten mit Problemen an Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut hatten 47 % einen auffälligen Herz-Kreislaufbefund; bei Patienten ohne solche Beschwerden waren es nur 11 %. Der Zusammenhang zwischen Herz- und Mundgesundheit war bei jenen Patienten am deutlichsten, die bereits schwere Phasen der Immunschwäche durchlebt hatten.

Möglicherweise verursachen Entzündungsstoffe und Bakterien, die aus dem Mund über die Blutbahn in den Körper gelangen, bei HIV-Patienten noch größere Schädigungen als bei Nicht-Infizierten, vermuten die Forscher.

Gelbrich B et al. (2011) Int J Cardiol 151 (2): 254–257. DOI: 10.10.16/j.ijcard.2011.06.081

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