19.12.2011 Febrile Kinder: Wann liegt eine ernsthafte Infektion zugrunde?

Der Ein- oder Ausschluss ernsthafter Infektionen bei Kindern aufgrund der Anamnese ist schwierig.

Zu Erhöhung der diagnostischen Sicherheit werden in der Regel Laboruntersuchungen wie Leukozyten, CRP, Procalcitonin und andere Parameter bestimmt. Eine Metaanalyse von 14 Studien hat nun untersucht, welchen diagnostischen Stellenwert diese Laborparameter haben.

Das Ergebnis: Die alleinige Bestimmung der Leukozyten, inklusive Linksverschiebung, hat nur einen sehr limitierten Wert zum Nachweis oder Ausschluss eine ernsthaften Infektion bei febrilen Kindern. Die inflammatorischen Marker CRP und Procalcitonin haben eine bessere Aussagekraft, wobei allerdings auch diese beschränkt ist.

Bei einem Kind mit >39 Grad Fieber und keiner klinisch eruierbaren Ursache des Fiebers beträgt die Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Infekts etwa 25 %.Wenn der CRP-Wert >80 mg/dl ist, steigt die Wahrscheinlichkeit auf gut 70 %. Liegt der CRP-Wert unter 20 mg/dl, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf <5 %. Bei CRP-Werten zwischen 10 und 80 mg/dl beträgt die Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Infekts etwa 15 %.

Van den Bruel A et al. (2011) BMJ 342: d3082; Steurer J (2011) Praxis 100 (20): 1255–1256. DOI: 10.1024/1661-8157/a000693

Jetzt bookmarken:del.icio.usMister Wongoneviewgoogle.comYahooMyWebWebnewsYiggItLinkaARENAlive.comMa.gnolia
Anzeige

Aktuelle Ausgabe


Infektionen
• Medikamentöse Prophylaxe und Therapie bei Tuberkulose
• Bakterielle Meningitis
• Reisemedizinische Beratung

Podcast – Fortbildung zum Anhören

Video-Fortbildung

Online-Umfrage

Erwarten Sie vom neuen GKV-Versorgungsstrukturgesetz eine Verbesserung der Situation der Hausärzte?

Ja

Nein

Das muss man erst noch abwarten

Diabetes-Bücher im Kirchheim-Shop