09.11.2011 Entzündungsfaktor löst neuropathische Schmerzen aus

Etwa 7 bis 8 % der europäischen Bevölkerung leiden an neuropathischen Schmerzen.

Sie empfinden Schmerzen, obwohl kein Auslöser dafür vorhanden ist, schon leichte Berührungen oder geringe Temperaturschwankungen genügen. An der Entstehung des neuropathischen Schmerzes sind Fresszellen des Rückenmarks, sogenannte Mikroglia, beteiligt, die sehr rasch auf Schädigungen von peripheren Nerven reagieren wie sie z. B. bei Diabetes, Krebs, Verletzungen oder Infektionen entstehen können.

Forscher der Universität Freiburg konnten nun zeigen, dass periphere Nerven sehr schnell nach der Schädigung den Entzündungsfaktor CCL21 synthetisieren und in das Rückenmark transportieren. Dieser Faktor ist essentiell für die spezifische Reaktion der Mikroglia, die zur Entstehung des neuropathischen Schmerzes führt. Eine Blockade von CCL21 verhindert diesen Mechanismus und bietet neue therapeutische Angriffspunkte, so die Wissenschaftler.

Biber K et al. (2011) EMBO J 30 (9): 1864–1873

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