03.11.2011 Diabetiker profitieren von Telemedizin

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Westdeutschen Zentrums für Diabetes. Da Diabetiker oft kaum Krankheitssymptome bemerken, ist ihre Therapieadhärenz häufig nur unzureichend, was wiederum negative Auswirkungen auf den weiteren Krankheitsverlauf haben kann. In der Studie waren 100 Typ-2-Diabetiker bei der Umsetzung der Therapievorgaben telemedizinisch unterstützt worden.
Wenn die Patienten ihren Blutzucker gemessen hatten, wurden die Daten automatisch an das telemedizinische Zentrum übermittelt und in einer Fallakte erfasst. Vergaß ein Patient eine Messung oder gab es Abweichungen von Grenzwerten, wurde er kontaktiert. Innerhalb von sechs Monate sank der HbA1c-Wert signifikant um 0,4 %. Auch Risikofaktoren verringerten sich. So nahmen die Patienten im Durchschnitt 2,9 kg ab, der Body Mass Index verminderte sich um 1,1 kg/m2; der Nüchternblutzucker sank um 27,3 mg/dl und der Blutdruck um 9,9 bzw. 4,7 mmHg.
Beobachtet wurde zudem, dass die Zahl der Patienten mit Depressionen von 64 zu Beginn auf 29 am Studienende abnahm. Die telemedizinische Betreuung sei für solche Patienten interessant, bei denen eine konventionelle Diabetesbetreuung nicht ausreicht, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu gewährleisten, so die Wissenschaftler.
Dienstl M et al. (2011) Diabetologie und Stoffwechsel 6 (3): 164–169. DOI: 10.1055/s-0031-1271460
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