16.01.2012 Depressive Menschen sterben eher am Schlaganfall

Zu diesem Ergebnis kommt eine Metaanalyse, in die Daten von mehr als 317.000 Menschen aus 28 prospektiven Bevölkerungsstudien einflossen. In einem Zeitraum von 29 Jahren erlitten 8.478 Studienteilnehmer einen Schlaganfall.
Die Auswertung zeigte, dass Depressive ein um 45 % höheres Risiko haben, einem Schlaganfall zum Opfer zu fallen. Ihr Risiko, an einem Schlaganfall zu versterben, lag sogar um 55 % höher als bei psychisch Gesunden.
In Deutschland wären, so die Autoren, demnach rund 10.000 Schlaganfälle auf eine Depression zurückzuführen. Eine genauere Analyse ergab, das Depressive häufiger einen ischämischen Hirninfarkt bekamen. Als Ursache vermuten die Wissenschaftler, dass Depressionen den Hormonhaushalt beeinflussen und Entzündungen verstärken können.
So findet man bei Depressiven höhere Blutspiegel für Entzündungsfaktoren wie CRP, IL-1 und IL-6. Darüber hinaus vernachlässigen Depressive eher ihre Gesundheit, rauchen häufig, bewegen sich wenig und ernähren sich schlechter.
Deutsche Gesellschaft für Neurologie; Pan A et al. (2011) JAMA 306 (11): 1241–1249
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