23.01.2012 Bei Herzkatheter-Patienten Glukosetoleranz testen

Bei jedem Herzkatheter-Patienten mit vermuteter oder gesicherter koronarer Herzkrankheit sollte routinemäßig ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) durchgeführt werden.

Dies sei notwednig, um einen unerkannten Diabetes zu entdecken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Stiftung Der herzkranke Diabetiker (DHD), an der 1.015 Herzkatheter-Patienten teilgenommen hatten.

Untersucht worden war dabei neben dem OGTT auch der HbA1c-Wert. Während beim Zuckerbelastungstest nur 513 von 1015 Patienten (51%) eine normale Glukose-Toleranz aufwiesen, waren es bei der HbA1c-Messung 588 Patienten (58%). Nach HbA1c-Bestimmung hatten 385 Patienten einen Borderline-Befund (38%). Bei 42 Patienten (4%) wurde Diabetes diagnostiziert.

Der OGTT hingegen zeigte bei 10 Patienten (1%) eine isoliert erhöhte Nüchtern-Glukose, 349 Patienten (34%) wiesen eine eingeschränkte Glukose-Toleranz auf. Bei 143 Patienten (14%) konnte der Diabetes mellitus erstmals diagnostiziert werden. Die Silent Diabetes Studie belegt auch eine signifikante Korrelation zwischen dem Schweregrad einer koronaren Herzkrankheit und dem glykämischen Status im OGTT.

Im Gegensatz dazu fand sich keine Korrelation zwischen dem Schweregrad einer koronaren Herzkrankheit und dem glykämischen Status im HbA1c-Test. Die alleinige Bestimmung des HbA1c-Wertes reiche zur Risikoabschätzung nicht aus, viele unentdeckte Diabetiker werden dadurch nicht erfasst, so die Autoren.

Stiftung DHD; Dörr R et al. (2011) Diabetologia 54: 2923–2930

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