Starke chronische Schmerzen sollten wirksam und verträglich behandelt werden – nur so lässt sich die Lebensqualität der Patienten wieder herstellen. Doch aus Sicht der Kostenträger im Gesundheitssystem sollten vor allem die Ausgaben möglichst gering sein. Dass sich mit modernen Opioiden all diese Ziele verwirklichen lassen, belegt nun die Zwischenauswertung einer aktuellen Versorgungsforschungsstudie.

Chronische Rückenschmerzen kosten das deutsche Gesundheitssystem fast 50 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei machen Medikamente nur etwa 1,5 Prozent der Ausgaben aus: „Es gibt über 70 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage und mehr als 50.000 Frühverrentungen wegen Rückenschmerzen pro Jahr“, betonte Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen, auf einer Veranstaltung in Frankfurt*.

Trotzdem wollen Kostenträger oft gerade bei den Orginalpräparaten sparen, die genutzt werden können, um chronische Rückenschmerzen wirksam und verträglich zu behandeln. Nun zeigt die Zwischenauswertung einer aktuellen Versorgungsforschungsstudie: Mit einem modernen Opioid schließen sich effektive Schmerztherapie, höhere Lebensqualität und geringere Kosten nicht aus.

„Die Effektivität der Therapie mit retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon sowie der Zugewinn an Lebensqualität ist bei niedrigeren Kosten höher als unter Behandlung mit anderen starken Opioiden.
Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Rychlik, Burscheid

Schmerzen nehmen und Kosten senken mit Fixkombination
In der prospektiven Studie wird an 1.095 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen der Effekt von Opioiden auf Schmerzen und Lebensqualität sowie die Verträglichkeit geprüft. Die Patienten erhalten entweder die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) oder andere starke Opioide. Zudem werden die direkten Kosten untersucht – etwa für ärztliche Leistungen, Arzneimittel und Rehabilitation, erläuterte Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Rychlik, Burscheid. Die Studie ist für ein Jahr geplant, die Zwischenauswertung mit 669 Patienten zeigt nach einem halben Jahr bereits sehr stabile Trends:

Unter der Kombination aus Oxycodon und Naloxon reduzierten sich die Schmerzen um 37,4 Prozent (von 24,3 auf 18,0 Punkte) und damit signifikant stärker als in der Vergleichsgruppe mit nur 15,6 Prozent (von 21,8 auf 18,4 Punkte). Auch die Beeinträchtigungen im Alltag reduzierten sich signifikant mehr (um 25,7 Prozent von 41,3 auf 30,7 Punkte bzw. um 13,6 Prozent von 36,8 auf 31,8 Punkte). Dabei hatten Patienten aus der Fixkombinationsgruppe vor Beginn der Therapie stärkere Schmerzen: „Beide Gruppen unterscheiden sich massiv – die Targin®-Gruppe entwickelt sich deutlich besser“, so der Gesundheitsökonom.

Weitere Parameter der Lebensqualität verbesserten sich ebenfalls. „Moderne retardierte Opioid-Analgetika sind fester Bestandteil einer zeitgemäßen, individuellen Schmerztherapie. Zudem kann sich eine solch innovative Therapie auch im Hinblick auf die Kosten lohnen“, berichtete auch PD Dr. med. Michael Überall, Nürnberg.

Mit Oxycodon/Naloxon lagen die direkten Kosten bei 1.027 Euro pro Patient, in der Gruppe mit anderen starken Opioiden dagegen bei 1.327 Euro (siehe Abb. 1): „Dies ist statistisch, aber vor allem auch real signifikant – denn jeder Kassenvorstand möchte natürlich diese 300 Euro einsparen“, so Rychlik. Das Fazit der Kosten-Nutzen-Analyse: „Die Effektivität der Therapie mit retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon sowie der Zugewinn an Lebensqualität ist bei niedrigeren Kosten höher als unter Behandlung mit anderen starken Opioiden.“


Abb. 1: Die Kombination aus retadiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon ermöglicht eine höhere Lebensqualität bei geringeren Kosten als andere starke Opioide [Quelle: Versorgungsforschungsstudie des Institus für Empirische Gesundheitsökonomie 2009].

Im Alltag: Gewinn an Lebensqualität
Wie gut das Präparat in der Praxis wirkt, bestätigt eine Kasuistik: Die 36-jährige Patientin hatte seit dem 18. Lebensjahr Rückenschmerzen und eine lange, nebenwirkungsreiche Odysee mit vielen Arbeitsunfähigkeitstagen hinter sich. Erst die Einstellung auf die Kombination von Oxycodon und Naloxon brachte eine deutliche Besserung: „Sie gewann an Lebensqualiät, nimmt wieder am Leben teil und ist wieder voll arbeitsfähig“, berichtete Müller-Schwefe.

* Veranstaltungshinweis: Pressegespräch „Mehr Lebensqualität, weniger Kosten: So profitieren Arzt und Patient von der 2-fach wirksamen Schmerztherapie mit Targin®“, 11. März 2010, Frankfurt.

Die Online-Frage

Targin®, eine Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon, reduziert starke Schmerzen wirksam, ist sehr gut verträglich und verbessert die Lebensqualität deutlicher als die Behandlung mit anderen starken Opioiden. Eine Kosten-Effektivitäts-Analyse ergibt zudem: Durch Einsparungen, etwa für Arzneimittel, nichtmedikamentöse Therapien, ambulante ärztliche Leistungen und Notfallbehandlungen, sind die direkten Kosten einer Targin®-Therapie durchschnittlich um 300 Euro geringer als unter der Behandlung mit anderen starken Opioiden.

    Diese Aussage ist:

Richtig

Falsch


Impressum

Der Allgemeinarzt 8/2010, Verlag Kirchheim + Co GmbH, Kaiserstr. 41, 55116 Mainz, Telefon 06131/96070-0
Redaktion: Jochen Schlabing, mit freundlicher Unterstützung von Mundipharma


TARGIN® 5 mg/2,5 mg, 10 mg/5 mg, 20 mg/10 mg, 40 mg/20 mg Retardtabletten

Wirkstoffe: Oxycodonhydrochlorid, Naloxonhydrochlorid                                               Verschreibungspflichtig

Zusammensetzung: Arzneilich wirksame Bestandteile: 1 Retardtablette TARGIN® 5 mg/2,5 mg enthält 5 mg Oxycodonhydrochlorid entspr. 4,5 mg Oxycodon und 2,73 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entspr. 2,5 mg Naloxonhydrochlorid, entspr. 2,25 mg Naloxon. 1 Retardtablette TARGIN® 10 mg/5 mg enthält 10 mg Oxycodonhydrochlorid entspr. 9,0 mg Oxycodon und 5,45 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, entspr. 5,0 mg Naloxonhydrochlorid, entspr. 4,5 mg Naloxon. 1 Retardtablette TARGIN® 20 mg/10 mg enthält 20 mg Oxycodonhydrochlorid entspr. 18,0 mg Oxycodon und 10,9 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entspr. 10,0 mg Naloxonhydrochlorid, entspr. 9,0 mg Naloxon. 1 Retardtablette TARGIN® 40 mg/20 mg enthält 40 mg Oxycodonhydrochlorid entspr. 36,0 mg Oxycodon und 21,8 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entspr. 20,0 mg Naloxonhydrochlorid, entspr. 18,0 mg Naloxon.
Sonstige Bestandteile: Ethylcellulose, Stearylalkohol, Lactose-Monohydrat, Talkum, Magnesiumstearat, Poly(vinylalkohol), Macrogol 3350, Titandioxid (E171). Zusätzlich für TARGIN® 5 mg/2,5 mg: Hyprolose, Brilliantblau FCF, Aluminiumsalz (E133). Zusätzlich für TARGIN® 10 mg/5 mg: Povidon K30. Zusätzlich für TARGIN® 20 mg/10 mg: Povidon K30, Eisen(III)-oxid (E172). Zusätzlich für TARGIN® 40 mg/20 mg: Povidon K30, Eisen(III)hyrdoxidoxid x H2O (E172).
Anwendungsgebiete: Starke Schmerzen, die nur mit Opioid-Analgetika ausreichend behandelt werden können. Der Opioidantagonist Naloxon wirkt einer Opioid-induzierten Obstipation entgegen, indem er die Wirkung des Oxycodons an den Opioidrezeptoren lokal im Darm blockiert.
Gegenanzeigen:
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile und jegliche Situationen, in denen Opioide kontraindiziert sind, schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie, schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Cor pulmonale, schweres Bronchialasthma, nicht Opioid-bedingter paralytischer Ileus, mittlere bis schwere Leberfunktionsstörung.
Nur unter besonderer Vorsicht anwenden bei älteren oder geschwächten Patienten, Patienten mit Opioid-bedingtem paralytischem Ileus, Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung oder mit Nierenfunktionsstörungen, schwerer Beeinträchtigung von Lungenfunktion, Myxödem, Hypothyreose, Addisonscher Krankheit (Nebennierenrinden-Insuffizienz), Intoxikations-Psychose, Cholelithiasis, Prostatahypertrophie, Alkoholismus, Delirium tremens, Pankreatitis, Hypotonie, Hypertonie, vorbestehenden Herzkreislauferkrankungen, Kopfverletzungen (Risiko von Zuständen mit erhöhtem Hirndruck), Epilepsie oder Prädisposition von Krampfanfällen, Patienten, die MAO-Hemmer einnehmen. Eine Anwendung bei Krebspatienten mit Peritonealkarzinose oder beginnender Darmobstruktion wird aufgrund fehlender klinischer Erfahrungen nicht empfohlen. Eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten TARGIN® Retardtabletten nicht einnehmen.
Nebenwirkungen:
Erkrankungen des Immunsystems: Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen. Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Häufig: Appetitabnahme bis zum Appetitverlust. Psychiatrische Erkrankungen: Häufig: Unruhe. Gelegentlich: Denkstörung, Angst, Verwirrtheitszustände, Depressionen, euphorische Stimmung, Halluzinationen, Schlaflosigkeit, Nervosität. Selten: Alptraum. Erkrankungen des Nervensystems: Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerz. Gelegentlich: Aufmerksamkeitsstörungen, Parästhesien, Somnolenz, Sprachstörungen, Tremor. Selten: Konvulsionen (insbes. b. Pers. m. Epilepsie od. Prädisposition z. Krampfanfällen), Sedierung, Synkope. Augenerkrankungen: Gelegentlich: Sehstörungen. Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths: Häufig: Vertigo. Herzerkrankungen: Gelegentlich: Angina pectoris, insbes. bei Pat. mit vorbestehender koronarer Herzkrankheit, Palpitationen. Selten: Tachykardie. Gefäßerkrankungen: Häufig: Blutdruckabfall. Gelegentlich: Blutdruckanstieg. Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Gelegentlich: Dyspnoe, Rhinorrhoe, Husten. Selten: Gähnen. Sehr Selten: Atemdepression. Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Häufig: Abdominalschmerz, Obstipation, Diarrhoe, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Erbrechen, Übelkeit, Flatulenz. Gelegentlich: aufgetriebener Bauch, Aufstoßen. Selten: Zahnerkrankungen. Leber- und Gallenerkrankungen: Häufig: Erhöhung leberspezifischer Enzyme. Gelegentlich: Gallenkolik. Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: Gelegentlich: Erektionsstörungen. Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Häufig: Pruritus, Hautreaktionen/Hautausschlag, Hyperhidrosis. Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen: Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Muskelzucken, Myalgie. Erkrankungen der Nieren und Harnwege: Gelegentlich: Harndrang. Selten: Harnretention. Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Häufig: Arzneimittelentzugssyndrom, Hitze- und Kältegefühl, Schüttelfrost, Schwächezustände (Asthenie). Gelegentlich: Brustkorbschmerz, Unwohlsein, Schmerzen, periphere Ödeme, Gewichtsabnahme. Selten: Gewichtszunahme. Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen: Gelegentlich: Verletzungen durch Unfälle.
Für den Wirkstoff Oxycodon sind die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen bekannt: Auf Grund seiner pharmakologischen Eigenschaften kann Oxycodon Atemdepression, Miosis, Bronchospasmus und Spasmen der glatten Muskulatur hervorrufen sowie den Hustenreflex dämpfen. Infektionen und parasitäre Erkrankungen: Selten: Herpes simplex. Erkrankungen des Immunsystems: Sehr Selten: Anaphylaktische Reaktionen. Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Selten: Dehydratation, Appetitsteigerung. Psychiatrische Erkrankungen: Häufig: Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen, verminderte Aktivität, psychomotorische Hyperaktivität, Agitiertheit. Gelegentlich: Wahrnehmungsstörungen (z.B. Derealisation), verminderte Libido. Nicht bekannt: psychische Arzneimittelabhängigkeit. Erkrankungen des Nervensystems: Gelegentlich: Konzentrationsstörungen, Migräne, Geschmacksstörungen, erhöhter Muskeltonus, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Hypoästhesie, Koordinationsstörungen. Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths: Gelegentlich: Hörstörungen. Gefäßerkrankungen: Gelegentlich: Vasodilatation. Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Gelegentlich: Dysphonie. Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Häufig: Schluckauf. Gelegentlich: Mundulzerationen, Stomatitis. Selten: Melaena, Zahnfleischbluten, Dysphagie. Sehr Selten: Ileus. Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Selten: Trockene Haut. Sehr Selten: Urtikaria. Erkrankungen der Nieren und Harnwege: Häufig: Dysurie. Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: Selten: Amenorrhoe. Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Gelegentlich: Ödeme. Selten: Durst. Nicht bekannt: Toleranz.
Für weitere Informationen siehe Fachinformation.
Hinweis: Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden (Straßenverkehr!). Abhängigkeit kann sich entwickeln. Nehmen Sie diese Tabletten nicht mit Alkohol ein.

Mundipharma GmbH, 65549 Limburg (Lahn)                                                    Stand der Information: Januar 2010
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Sonderveröffentlichung

Podcast

Weitere Hintergründe zu diesem Thema erfahren Sie außerdem im Podcast-Interview mit Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Rychlik.