Macht es Sinn, bei Verdacht auf Testosteronmangel auch das freie Testosteron und das SHBG zu bestimmen?

Antwort: Die Frage nach der Bestimmung des freien Testosterons und des SHBG spielt in aller Regel bei grenzwertigem Gesamt-Testosteron zwischen 240 und 350 ng/dl eine wichtige Rolle. Da in diesen Fällen durchaus Symptome durch den Testosteronwert zu erklären sind, macht eine Bestimmung der ergänzenden Parameter Testo und SHBG Sinn. Die Bestimmung der beiden Parameter spielt aber auch für die Argumentation gegenüber den Krankenversicherungen eine wichtige Rolle, da diese oft den unteren Grenzwert von 241 ng/dl Gesamt-Testosteron für den Nachweis eines Testosteronmangels ansetzen.

Von den andrologischen Fachgesellschaften wird hingegen der untere Grenzwert mit 350 ng/dl angesetzt, da unterhalb dieser Konzentration Symptome des Hypogonadismus auftreten können. Sehr hilfreich erscheint hier die Broschüre zur Diagnostik und Therapie des Testosteronmangels (Mann oh Mann: Mein Testosteron) von der DGMG e. V. (unter www.mann-und-gesundheit.com zum Download erhältlich), welche eine sehr schöne Zusammenfassung aller wichtigen Aspekte zum Thema darstellt.



Autor:

Diplom-Gesundheitsökonom (BI) Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Jäger, FEBU

Facharzt für Urologie, Andrologie und Männergesundheit (cmi), medikamentöse Tumortherapie, Röntgendiagnostik und Palliativmedizin, Präventionsarzt (AGeP)
UPK – Urologische Praxisklinik Essen
45130 Essen

Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2016; 38 (2) Seite 57