Eine aktuelle Studie unterstreicht die große Bedeutung der Gene bei vielen Krebserkrankungen. Ausgewertet worden waren dafür die Daten von rund 80.000 eineiigen und 123.000 zweieiigen Zwillingen aus Skandinavien.

Dabei entsprach die kumulative Krebs-Inzidenz in der Studien-Population mit etwa 25 % bis zum Alter von 80 Jahren und 32 % bis zum Alter von 100 Jahren der Inzidenz in der skandinavischen Allgemeinbevölkerung. Bei 1.383 eineiigen und 1.933 zweieiigen Zwillingspaaren seien in unterschiedlichem zeitlichem Abstand beide Geschwister an Krebs erkrankt, davon 38 bzw. 26 % an der gleichen Tumorart. War bereits ein Zwilling vorher erkrankt, betrug nach den Berechnungen der Autoren das Lebenszeitrisiko des anderen Zwilling 46 % (einiige Zwillinge) und 37 % (zweieiige Zwillinge). Das Risiko lag damit höher als das durchschnittliche Risiko in der Bevölkerung. Eine genetische Komponente sei bei 20 der 23 Tumor-Arten festzustellen gewesen, so die Forscher. Besonders ausgeprägt sei diese beim Melanom, Hautkrebs (Nicht-Melanom-Tumoren), Prostata- und Ovarial-Karzinom, Nieren- und Brustkrebs sowie beim Uterus-Karzinom. Zwei Drittel der Zwillings-Paare seien an unterschiedlichen Krebs-Arten erkrankt. Dies bestätige die Beobachtung von Häufungen in sogenannten Krebsfamilien.


Quelle:
Mucci LA et al. (2016) JAMA. DOI: 10.1001/jama.2015.17703