Während die Honorarverhandlungen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und den Krankenkassen für das Jahr 2017 noch laufen, hat die KBV erst einmal ihren Bericht zur Honorarentwicklung für das Jahr 2014 vorgelegt. Demzufolge verzeichnen die Ärzte in der Gesamtvergütung nur eine leichte Steigerung, deutlicher gewachsen ist jedoch die extrabudgetäre Vergütung.

Laut dem Bericht stieg die vertragsärztliche Gesamtvergütung im Jahr 2014 auf 34,4 Mrd. Euro (+3,7 %). Je Versichertem stand bundesweit im Schnitt eine Gesamtvergütung von 489,47 Euro (+3,1 %) zur Verfügung.

Die extrabudgetäre Vergütung (EGV) wächst dabei schneller als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV). Während die MGV 2014 im Vorjahresvergleich um 2,5 % auf 23,46 Mrd. Euro stieg, legte die EGV immerhin um 6,3 % auf 10,94 Mrd. Euro zu.

Dieses Wachstum macht sich auch bei den Honorarumsätzen je Arzt bemerkbar – allerdings in abgeschwächter Form wegen der steigenden Arztzahlen. So stieg der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt 2014 um 3.826 Euro auf 209.319 Euro (+1,9 %). Der durchschnittliche Honorarumsatz je Behandlungsfall lag bei 62,15 Euro und damit 1,55 Euro über dem Fallwert aus 2013. Spitzenreiter beim Honorarumsatz sind die Ärzte aus Mecklenburg-Vorpommern mit 249.435 Euro, gefolgt von Thüringen (243.999 Euro) und Niedersachsen (231.239 Euro). Schlusslicht sind die Ärzte in Berlin mit einem durchschnittlichen Honorarumsatz von 167.444 Euro.

Stadtstaaten liegen hinten

Im hausärztlichen Versorgungsbereich stiegen die Honorarumsätze bundesweit auf 209.609 Euro im Schnitt – ein Plus von 2,1 %. Zusammengefasst unter dieser Gruppe sind Allgemeinärzte, hausärztliche Internisten sowie Pädiater. Die Fallwerte stiegen um 3,4 % auf 61,95 Euro. Spitzenreiter sind hier die Hausärzte in Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 260.358 Euro – ein Plus von 5,0 %. Hingegen musste Rheinland-Pfalz einen Rückgang um 1,1 % auf 205.803 Euro verkraften.

Schaut man sich nur die Abrechnungsgruppe der Allgemeinärzte und hausärztlichen Internisten an, liegt auch hier Sachsen-Anhalt mit rund 260.00 Euro an der Spitze (vgl. Tabelle). Das Schlusslicht bilden die Hausärzte in Hamburg. Trotz eines Honorarzuwachses um 7,3 % kommen sie nur auf 164.330 Euro, also fast 100.000 Euro weniger als in Sachsen-Anhalt. Insgesamt schneiden die Stadtstaaten deutlich schlechter ab als die Flächenländer.

Eine Sonderrolle spielen die Hausärzte in Baden-Württemberg und Bayern. Hier liegen zwar die Honorarumsätze unter dem Durchschnitt, die Hausärzte in diesen Ländern beziehen jedoch einen Großteil ihres vertragsärztlichen Umsatzes aus der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV).

Ärzte und Psychotherapeuten aus dem fachärztlichen Versorgungsbereich erzielten im Bundesdurchschnitt 201.262 Euro, legten damit um 1,4 % zu. Der Fallwert lag bei 66,30 Euro (+ 2,2 %).


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2016; 38 (17) Seite 26-27