Wer moderat regelmäßig Ausdauersport wie Joggen betreibt, bremst den Alterungsprozess von Zellen und Organismus und schützt sich so besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen altersbedingten Krankheiten wie Diabetes. Dass moderater Ausdauersport und hochintensives Intervalltraining in dieser Hinsicht dem reinen Krafttraining überlegen sind, haben nun erstmals Wissenschaftler vom Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg/Saar in einer Studie belegt.

Ausschlaggebend für diesen Befund ist die Aktivierung des Enzyms Telomerase durch das Ausdauertraining sowie die Steigerung Telomer-erhaltender und -schützender Proteine in den Blutzellen der Probanden. Telomere sind einsträngige Enden der Chromosomen, die die Erbinformation schützen. Die Telomerase wirkt der Telomerverkürzung als Folge der Zellteilung während des Alterns entgegen, indem sie die Verkürzung verhindert oder gar eine Verlängerung bewirkt. Eine randomisierte, kontrollierte Trainingsstudie mit 124 Probanden im Alter zwischen 30 und 60 Jahren zeigte die erhöhte Telomeraseaktivität bei moderatem Ausdauertraining, intensivem Intervalltraining, aber nicht bei intensivem Krafttraining. Das 6-monatige Ausdauertraining bestand aus 3 x 45 Minuten/Woche Joggen im aeroben Bereich (bei 60 % der Herzfrequenzreserve, HRR). Mit der Telomeraseaktivität existiert somit ein messbarer Biomarker, der es ermöglicht, Trainingsempfehlungen für gesunde Menschen und für Herzkranke abzuleiten, so die Autoren.


Quelle:
Deutsche Herzstiftung e. V./Deutsche Stiftung für Herzforschung