Bei der Umstellung auf eine einfache Insulintherapie sind neue Kenntnisse und Fähigkeiten zur Diabetesbehandlung notwendig, die in einer erneuten Schulung vermittelt werden.

Eine nicht-intensivierte Insulintherapie ist oft der Einstieg in eine Insulintherapie. Sie ist für den Patienten einfach umzusetzen, da das Insulin nach einem festen Schema gespritzt wird und nicht jeden Tag die Insulineinheiten neu angepasst werden müssen. Für Personen, die diese Therapieform durchführen, gibt es seit kurzem mit "MEDIAS BOT+SIT+CT" ein modernes und praxistaugliches Schulungs- und Behandlungsprogramm.

Drei Therapieformen

Da jeder Diabetespatient möglichst unmittelbar nach der Umstellung auf das Insulin ein Schulungsangebot bekommen sollte, ist es in der Praxis einfacher, mit einem strukturierten Schulungsprogramm alle Formen der nicht-intensivierten Insulintherapie zu schulen. Das Schulungs- und Behandlungsprogramm "MEDIAS BOT+SIT+CT" richtet sich daher an alle Personen, die ihren Typ-2-Diabetes mit Insulin behandeln, welches jeden Tag in derselben Dosis gespritzt wird. Darunter subsumiert man folgende Therapieformen:

1. BOT-Therapie: Bei der basal unterstützten oralen Insulintherapie wird einmal (oder auch zweimal) langwirksames Insulin in fester Dosis gespritzt, Diabetesmedikamente werden zusätzlich eingenommen. Bei der "BOT plus"-Therapie wird zusätzlich in besonderen Situationen oder zu bestimmten Zeiten zusätzlich kurzwirksames Insulin eingesetzt.

2. SIT-Therapie: Eine Insulintherapie, die auch als "supplementäre Insulintherapie (SIT)" oder "mahlzeitenorientierte Insulintherapie" bezeichnet wird, bei der kurzwirksames Insulin jeweils vor den Mahlzeiten gespritzt wird und das fehlende Insulin für die Mahlzeiten abdeckt.

3. CT-Therapie: Bei der "Mischinsulin- oder Kombinationstherapie" oder auch "Conventionellen Insulintherapie" (CT) wird zweimal am Tag – meist vor dem Frühstück und Abendessen – ein Insulin mit einer festen Dosierung aus kurz- und langwirksamem Insulin gespritzt.

In dem Schulungsprogramm werden diese drei Insulinformen jeweils mit verschiedenen Symbolen kenntlich gemacht, da die Teilnehmer zu unterschiedlichen Zeiten ihren Blutzucker messen sollen und es unterschiedliche Formen der Anpassung der Therapie sowie Ernährungsempfehlungen gibt. Neben der praktischen Anleitung zur Titration steht die Akzeptanz der Insulintherapie, die Verhinderung von Nebenwirkungen der Insulintherapie (z. B. Unterzuckerungen, Gewichtszunahme), der Umgang mit der Insulintherapie im Alltag und die Motivation zur Therapiedurchführung im Vordergrund.

Sechs Kurseinheiten

Das Schulungsprogramm besteht aus sechs Schulungseinheiten, die 90 Minuten dauern. Für die Patienten gibt es ein umfangreiches Begleitbuch, in welchem sich zusätzliche Arbeitshilfen (z. B. Selbstkontrollheft, Ernährungstabellen und Arbeitsblätter zum Üben) befinden.





Autor:

Prof. Dr. phil. Bernhard Kulzer

Diabetes Zentrum Bad Mergentheim
Forschungsinstitut Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM)
97980 Bad Mergentheim

Interessenkonflikte: Der Autor hat keine deklariert


Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2016; 38 (19) Seite 49