Frage: Eine 30-jährige, überaus sportliche, junge Frau (läuft Vollmarathon) fragt: Sie hätte gehört, dass Ausdauer- und Leistungssportler eine erhöhte Thrombosegefährdung hätten. Stimmt das? Sie nimmt zudem die Minipille.

Antwort:

Intensive sportliche Betätigung, die zu einer Exsikkose führt oder die das individuelle Trainingsniveau weit übersteigt, ist tatsächlich mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden. Unter einer hormonellen Antikonzeption ist das Risiko ebenfalls erhöht. In der Kombination, wie sie von Ihnen angesprochen ist, muss deshalb tatsächlich von einem erhöhten Thromboserisiko ausgegangen werden. Allerdings ergeben sich hieraus keine therapeutischen Konsequenzen, eine prophylaktische Antikoagulation wird nicht empfohlen. Es ist jedoch sinnvoll, dass exzessive sportliche Betätigungen, die das individuelle Trainingsniveau deutlich übersteigen, möglichst unterbleiben sollten, besonders unter hormoneller Antikonzeption.



Autor:

Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. biol. hum. Manfred Gross, München

Internistische Kliniken Dr. Müller
81379 München

Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2014; 36 (15) Seite 52